2018 Notfallversorgung in München

Anfrage an den Oberbürgermeister   25.08.2018

Runder Tisch zur Notfallversorgung in München

Sehr geehrter  Oberbürgermeister Dieter Reiter,

eine sichere Notfallversorgung ist für die Älteren unter uns, auch vertreten durch die Senioren-Union,  Voraussetzung für Sicherheit, wenn plötzlich eine gesundheitlichen Unbill zu ertragen und schnelle medizinische Hilfe notwendig ist.
Im Text wird zunächst die jetzige Situation beschrieben und anschließend die sich daraus ergebenden Fragen, wie ein „Runder Tisch“ hier Verbesserungen bringen kann.  

Bekannt ist:
Es wurden Runde Tische einberufen, um mit allen beteiligten Kliniken in München die stationäre Notfallversorgung zu organisieren.  .
Zur Gewährleistung einer umfassenden Notfallversorgung und Lebensfähigkeit laut Stadtratsbeschluss vom 08.07.2014 müssen  neben den geforderten Funktionsbereichen ausreichend Intensiv- und Überwachungsbetten,   internistische Fachabteilungsbetten und eine ausreichende Zahl allgemeinchirurgischer Betten zur Weiterbetreuung der Patienten nach der Erstversorgung vorgehalten werden.

Diese  Sicherstellung einer umfassenden Notfallversorgung an den vier Standorten der StKM ist notwendig, da eine Verlegung  von PatientInnen nach einer Erstversorgung in andere Klinken voraussehbar zu unzumutbaren und ggf. gesundheitlichen Belastungen führen würde.

Dennoch ist häufig eingetreten, dass alle Notaufnahmen aller Kliniken in München, laut Ivena-Versorgungsnachweis, für Innere Medizin, Intensivmedizin abgemeldet waren.
Seit kurzer Zeit ist die Seite nur noch mit einem Passwort zugänglich, wohl in der Absicht, die Öffentlichkeit nicht weiter zu beunruhigen.  
Bekannt wurden Engpässe bei der Notfallversorgung  Ende letzten Jahres, ein Zustand, der nicht verantwortet werden kann:
 Verlegung von schwerstkranken Patienten mit Rettungswagen und Hubschrauber in anderen Städte, Abverlegung in angrenzende Landkreise oder die täglich bis zu 100 Zwangsbelegungen in Münchner Kliniken mit total überlasteten Notfallzentren. Dazu




kommt, dass die Notfallzentren auch noch von Patienten verstopft werden, die leicht vom Hausarzt oder Facharzt behandelt werden können

Daher ist es hilfreich folgenden Fragen nachzugehen :

 1. Werden die „Runden Tische“ wieder einberufen, die von der STKM mit Münchner                                                                                                                                                                                              
     Kliniken organisiert wurden,  um Engpässe in der Notfallversorgung zu    
     vermeiden?

2. Kann der „Runde Tisch“ die Notfallversorgung in München sichern und eine 
    Übereinkunft zur Aufteilung der Notfälle erwirken, wenn notwendige medizinische    
     Abteilungen im Klinikum Harlaching und Schwabing abgebaut werden und dort 
     die Aufnahme von Notfällen wie bisher nicht mehr sicher gestellt ist?

3. Im Winter 2017/18 konnten viele internistische Normal- und Intensivpatienten über
    Monate hinweg nicht mehr an adäquatem Behandlungsplatz und mit ausreichend     
    Personal versorgt werden. Was sagt der Runde Tisch zu den Betten- und   
    Personalkapazitäten, zumal die Einwohnerzahl weiter wächst ? Werden die  
     Kapazitäten nach oben korrigiert? 
    Woher soll das Pflegepersonal dafür kommen? "

4. Kann der  Runde Tisch“ mit Vertreter der Kassenärztlichen  Vereinigung erweitert
      werden, um die ambulante und stationäre Versorgung von Notfällen zu   
      thematisieren?

5.   Wie weit sind die Bemühungen fortgeschritten, die ambulante Betreuung und die
     stationäre Versorgung zu trennen, damit die Notfallzentren für schwerstkranken    
      Patienten ausreichend medizinisches Personal vorhalten können?

Mit freundlichen Grüßen
und Dank für die Mühen

 Dr. Reinhold Babor Bezirksvorsitzender,