Dreiländertreffen 2013 in Friedrichshafen

Resolution

Auf dem Fundament des christlichen Menschenbildes setzen sich Österreichischer Seniorenbund, die Seniorenbewegung der Südtiroler Volkspartei, die Senioren-Union der CSU, die Senioren-Union der CDU Thüringens und Baden-Württembergs für generationen- und sozialgerechte Politik ein und beschließen am 31. Oktober in Friedrichshafen am Bodensee folgende Resolution:

„Altersfreundliche Gesellschaft in Europa“

Europa und die europäische Idee stehen im Mittelpunkt unseres politischen Handelns. Niemals wollen wir den Blick auf Europa verlieren. Unser Tun soll die Auswirkungen auf die europäische Gemeinschaft mit ihren Menschen berücksichtigen und die Stärkung der europäischen Idee als oberstes Ziel sehen.

 

Europa ist mehr als der Euro und mehr als ein Zusammenschluss zur Behebung von Finanz- und Wirtschaftskrisen. Das sich einigende Europa ist Konsequenz und Folge verheerender Kriege und Verbrechen. Die Leidensgeschichte Europas wurde beendet durch die großartige Idee einer Grenzen überwindenden Zusammengehörigkeit von Völkern und Menschen.

Wir wollen Europa auf dieser Basis weiter mit entwickeln.

Wir Älteren haben Entstehung und Aufbau Europas miterlebt und mitgestaltet. Den Jüngeren ist Europa politische Selbstverständlichkeit. Grenzpfähle, Schlagbäume und Passkontrollen sind ihnen unbekannt.

Die Folgen des demographischen Wandels zwingen auf vielen Politikfeldern zum Um- und Neudenken sowie teilweise neuen Zielsetzungen.

Unsere Ziele

Beseitigung aller diskriminierenden Altersgrenzen und die demographische Entwicklung als Chance begreifen, die Potentiale des Alters stärker nutzen und die Erwerbs-, Arbeitsbedingungen und –möglichkeiten älterer Arbeitnehmer verbessern.

  • Angebote lebensbegleitenden Lernens ausbauen und erweitern.
  • Gesicherte Altersversorgung, die nach entsprechender Lebensarbeitszeit in jedem Heimatland obe rhalb der  Armutsgrenze liegen muss.
  • Mehr familien- und generationengerechten Wohnraum, damit auch ältere Menschen möglichst lange selbständig und selbstbestimmt zu angemessenen Preisen in häuslicher Umgebung leben können. Besondere Förderung von Programmen zu technisch unterstütztem Leben und  Wohnen (Ambient Assisted Living).
  • Ausbau flächendeckender Gesundheits- und Ärzteversorgung sowie leistungsfähige Pflegesysteme mit Pflegeeinrichtungen, die Menschlichkeit, Qualität und Bezahlbarkeit zusammenführen. Dies ist auch als wichtiger Beitrag zur positiven Entwicklung des ländlichen Raumes in allen Regionen Europas zu begreifen und zu fördern.

„Senioren-Mitbestimmung auf allen Ebenen“

Europas Seniorinnen und Senioren bestehen heute aus zwei Generationen: die „Gewonnene Generation“ der ca. 60- bis 85jährigen sowie die Generation der Hochbetagten ab dem Alter von ungefähr 85 Jahren.

Die „Gewonnene Generation“ stellt dabei  größte Gruppe für die altersübergreifende Entwicklung der Gesellschaft Europas. Sie sind heute so gesund, aktiv, mobil und produktiv wie nie zuvor in der Geschichte. Ihre Potentiale ungenutzt zu lassen, ihre Mitwirkung in Familie und Gesellschaft oder ihre Mitbestimmung in der Politik zu verhindern, bedeutet große vergebene Chancen für die gelungene Zukunft unseres  Kontinents.

Wir treten daher den „langen Marsch der Senioren in alle Institutionen“ auch auf europäischer Ebene an. Die älteren Generationen, besonders die „Gewonnene Generation“ wollen, können und sollen aktiv die Zukunft mitgestalten. Als gleichberechtigte Partner sollen sie selbst mitbestimmen und selbst mitarbeiten. Von den Gemeinden über die Land- und Bundestage bis hin zum Europäischen Parlament sollen Senioren Vertreterinnen und Vertreter aus ihren eigenen Reihen nominieren. Nur so können sich Seniorinnen und Senioren Europas direkt Gehör verschaffen, um ihre legitimen Interessen durchzusetzen.

Unsere Ziele

Für die  Europawahlen 2014 wollen wir, die hier unterzeichnenden Organisationen mit eigenen Kandidatinnen und Kandidaten antreten.

  • Die Seniorenorganisationen erarbeiten ein eigenes Europaprogramm aus Seniorensicht. Neben den Zielen für eine altersgerechte Gesellschaft umfasst dieses Programm:
    • Das europäische Bekenntnis zur Sicherung der sozialen Systeme. Das heißt: Vorrang für 1. Säule der gesetzlichen Pensionen, zusätzliche Förderung der 2. und 3. Säule. (Dabei keine Harmonisierung der Sozialsysteme in Europa, sondern Anheben der sozialen Standards, dort wo diese nicht dem angestrebten Niveau entsprechen.)
    • Die Sicherung der Krankenversorgung mit dem Ziel, gesundes aktives Altern, Gesundheitsförderung, Prävention gleichermaßen zuerst zu sichern.
    • Die zeitgemäße Koordination der Pflege und Betreuung.
    • Die bessere Kontrolle der Finanzmärkte, das effiziente Vorgehen gegen jede Lebensmittelspekulation, um erschwingliches Leben in jedem Alter zu garantieren.
    • Die Förderung von Sozial-Unternehmen. D.h. Decken des weiter steigenden Bedarfs an Sozialleistungen und die damit verbundene Schaffung großen Job-Potentials für junge Menschen.
    • Die Förderung neuer Freiwilligentätigkeit (Ehrenamt), u.a. und deren Anerkennung durch z. B. größeren Versicherungsschutz.
    • Der Zugang zum Breitband-Internet für alle Generationen und in allen Regionen Europas
    • Die Generationen-Zusammenarbeit in allen Bereichen des Lebens und der arbeitsteiligen Gesellschaft.
  • Wir setzen darauf, dass Europa für interessierte Ältere besser sichtbar und der notwendige Dialog entsprechend gefördert wird.

Die beiden Münchner Mitglieder des Landesvorstandes Dr. Reinhold Babor und Franziska Miroschnikoff mit dem neu gewählten Landesvorsitzeenden Dr. Thomas Goppel MdL

                                                                    

                                                                     Die Landesvorsistzenden

         Bezirksverband München